Soziale Innovationen und Nachhaltigkeit

 

 

 


Bedeutung sozialer Innovationen für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategien Effizienz, Suffizienz und Konsistenz

Mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine einseitige Fokussierung auf technische Innovationen im Rahmen von Effizienz- und Konsistenzstrategien die erforderliche strukturellen Veränderungen nicht realisiert werden kann. Trotz einiger Teilerfolge konnte bislang noch keine Trendwende in Richtung Nachhaltigkeit eingeläutet werden, was  u. a. mit den beschriebenen Rebound-Effekten begründet werden kann [2]. Denn sowohl die Dematerialisierung (Effizienz) als auch die Naturverträglichkeit (Konsistenz) erreichen nicht ihr Ziel, wenn sie nicht von dem Prinzip der Selbstbeschränkung (Suffizienz) begleitet werden [3].


Bislang wurde die Suffizienzstrategie und damit die Etablierung nachhaltigerer Lebensstile für eine nachhaltige Entwicklung zu wenig berücksichtigt, da ansonsten die (grün gestrichene) Wachstumslogik des vorherrschenden Wirtschaftssystems in Frage gestellt werden müsste. Wenn die Nachhaltigkeitsziele wirklich noch in der uns zur Verfügung stehenden Zeit erreicht werden sollen, dann können die durchaus wichtigen Effizienz- und Konsistenzstrategien nur zusammen mit einer umfassenden Änderung der Lebensstile erreicht werden. Dazu müssten aus ordnungsrechtlicher Perspektive Strukturen geschaffen werden, die die Etablierung und Ausbreitung alternativer sozialer Praktiken als soziale Innovationen begünstigen und fördern. Damit stellt sich auch die Frage, wie Wohlstand neu definiert werden kann und welchen Stellenwert Gemeingüter (Commons) zukünftig in unserer Gesellschaft haben sollen. Bei allen diesen Weichenstellungen in eine mögliche Postwachstumsökonomie wird es ohne Konflikte nicht gehen. Denn wenn die neuen sozialen Bewegungen erfolgreich werden, stellen sie für ein „normalgesellschaftliches Weitermachen“ eine Gefährdung dar [4].

[1] Behrendt, S., Göll, E. & Korte, F., 2016: Effizienz, Konsistenz, Suffizienz. Strategieanalytische Betrachtung für eine Green Economy, Berlin. Inputpapier im Rahmen des Projekts Evolution2Green – Transformationspfade zu einer Green Economy.

[2] Rückert-John, J., Jaeger-Erben, M., Schäfer, M., Scholl, G. & Gossen, M., 2016a: Nachhaltiger Konsum durch soziale Innovationen – Konzepte und Praxis, Dessau-Roßlau.

[3] Sachs, W., 2015: Suffizienz. Umrisse einer Ökonomie des Genug. uwf 23 (1-2): 3–9.

[4] Welzer, H., 2015: Zukunftspolitik. In: Welzer, H. (Hrsg.): Futurzwei Zukunftsalmanach 2015/16. Geschichten vom guten Umgang mit der Welt. 13–38, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag.

 


Beispiele für soziale Innovationen in Berlin


Masterarbeit: Bedeutung von sozialen Innovationen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategien Effizienz, Suffizienz und Konsistenz

Download
Masterarbeit Martin Boll.pdf
Adobe Acrobat Dokument 6.0 MB